Hilfe in Krisen

Hilfe finden

Akute Krise? Die Nummern stehen direkt hier.

Ich bin in Deutschland und habe gerade eine akute Krise

Bei Lebensgefahr ruf direkt 112 an.

Was ist eine „akute Krise“?

Mit „akut“ meinen wir eine Situation, in der du dich selbst oder eine andere Person gerade jetzt gefährden könntest oder in der gerade jetzt Lebensgefahr besteht.

Du bist hier richtig, wenn:

  • du daran denkst, dir das Leben zu nehmen
  • du daran denkst, dich zu verletzen
  • du daran denkst, jemand anderen zu verletzen
  • du dich selbst oder eine andere Person ernsthaft verletzen könntest oder schon verletzt hast
  • du gerade Gewalt erlebst oder ansiehst
  • du in akuter körperlicher Gefahr durch Substanzen oder Gewalt bist
  • du gerade keinen Ausweg mehr siehst und nicht mehr weiter weißt
  • du gerade die Kontrolle über dich verlierst, zum Beispiel durch starke Panik, Angst oder Verwirrtheit

Diese Liste ist nicht abschließend. Wir haben das Wichtigste aufgelistet. Wenn du dir unsicher bist, ob es „akut genug“ ist: ruf trotzdem an.

Bei Lebensgefahr ruf direkt 112 an.

Rund um die Uhr erreichbar:

  • Notruf 112 bei akuter Lebensgefahr
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117 auch nachts und am Wochenende
  • Telefonseelsorge 0800 1110111 oder 0800 1110222 für ein Krisengespräch, auch bei lebensmüden Gedanken (kostenlos, anonym, auch unter EU-Nummer 116 123)

Unter 25?

Regionaler Krisendienst (rund um die Uhr):

Keine akute Krise, aber du brauchst Unterstützung? Weiter unten findest du Anlaufstellen für alles, was Zeit hat. Wenn es nicht akut ist

Wenn es nicht akut ist

Was ist eine Krise, die nicht akut ist?

Mit „nicht akut“ meinen wir Belastungen, die dich gerade einengen oder überfordern, ohne dass Lebensgefahr oder unmittelbare Gefährdung im Raum stehen. Vielleicht fühlst du dich schon eine Weile nicht mehr wie du selbst, kommst alleine nicht mehr gut weiter, und brauchst Unterstützung. Du bist nicht in einer Notfall-Situation, aber du willst auch nicht alleine bleiben.

Du bist hier richtig, wenn:

  • du dich seit einer Weile niedergedrückt, ängstlich oder leer fühlst
  • du gerade eine schwere Lebensphase durchmachst (Verlust, Trennung, Krankheit, Arbeitsplatzverlust)
  • du dich überfordert fühlst und nicht mehr weißt, wie du weitergehen sollst, aber gerade nicht in akuter Gefahr bist
  • du das Gefühl hast, du brauchst jemanden zum Reden, eine:n Profi oder Menschen, die Ähnliches erlebt haben
  • du anfängst zu überlegen, ob eine Therapie für dich Sinn machen würde

Diese Liste ist nicht abschließend. Wenn du dir unsicher bist: schau dir oben die Beschreibung für akute Krisen an. Wenn dort etwas auf dich zutrifft, bist du dort richtig. Sonst bist du hier richtig.

HeuteBeratung am Telefon oder per ChatNiedrigschwellige Anlaufstellen, kostenlos und anonym, die dich heute noch hören.

Wenn du nicht weißt, wo du anrufen sollst

  • Find a Helpline durchsuchbares Verzeichnis von über 1.700 Krisen-Helplines in mehr als 175 Ländern, filterbar nach Thema, Sprache und Kontaktart (Telefon, Chat, SMS). Auf Deutsch und Englisch, kostenlos, anonym. Hilft dir die passende Anlaufstelle zu finden, wenn du nicht weißt wo du anfangen sollst. findahelpline.com/de-DE

Schriftlich oder digital Kontakt aufnehmen

Beratung nach Thema

  • Info-Telefon Depression 0800 3344533, Mo, Di, Do 13–17 Uhr · Mi, Fr 8:30–12:30 Uhr. Stiftung Deutsche Depressionshilfe. deutsche-depressionshilfe.de
  • DAJEB-Beratungsführer überregionales Verzeichnis von Beratungsstellen für Partnerschaft, Familie und Lebensfragen. Hinweis: keine Psychotherapie-Vermittlung, sondern psychosoziale Beratung. dajeb.de
  • DGS Hilfefinder wenn Suizidgedanken ein Thema sind: bundesweite Anlaufstellen zur Suizidprävention, filterbar nach Region und Zielgruppe. dgs-suizidpraevention.de
Diese WocheMit anderen Betroffenen verbindenSelbsthilfegruppen finden, Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben.

Mit Betroffenen und Selbsthilfe verbinden

  • NAKOS bundesweite Selbsthilfegruppen-Suche, filterbar nach Thema (Depression, Sucht, Trauer, Angst, Essstörungen und mehr). nakos.de
Diesen MonatMit der Therapie-Suche beginnenWegweiser zum Therapieplatz, gestaffelt nach deiner Versicherungs- und Lebenssituation.

Realistisch zu Wartezeiten: Einen Therapieplatz in der gesetzlichen Krankenkasse zu bekommen, dauert in Deutschland je nach Region drei bis sechs Monate, oft auch länger. Auf eine psychotherapeutische Sprechstunde (Erstgespräch) kommst du in der Regel deutlich schneller. Plane den Suchprozess als längeres Projekt. Wenn du keinen Platz in zumutbarer Zeit findest, kannst du das Kostenerstattungsverfahren nutzen.

Welcher Weg für dich passt, hängt davon ab, wie du versichert bist und in welcher Lebenslage du gerade steckst. Hier die häufigsten Pfade.

Wenn du gesetzlich krankenversichert bist

Wenn du keinen Kassenplatz findest und nachweisen kannst, dass du ausreichend bei Vertragstherapeut:innen angefragt hast, kannst du das Kostenerstattungsverfahren nutzen.

Wenn du privat versichert oder selbstzahlend bist
  • Therapie.de mit Filter „Privatpraxis“ oder „Selbstzahler“. therapie.de
  • It's Complicated Therapeut:innen-Vermittlung in Deutschland in über 60 Sprachen. Kostenfreie Vermittlung, Sitzungen privat mit der:m Therapeut:in vereinbart. complicated.life
Wenn du keine Krankenversicherung hast

Zum Beispiel nach Flucht, ohne Aufenthaltsstatus, oder weil du aus dem Versicherungssystem herausgefallen bist.

  • BAfF Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer. Verzeichnis spezialisierter Zentren bundesweit. Beratung und Psychotherapie für Überlebende von Krieg, Folter und Gewalt. Kostenfrei, unabhängig vom Aufenthaltsstatus, Sprachmittlung verfügbar. psychosoziale-zentren.org
  • Ärzte der Welt anonyme, kostenfreie medizinische Versorgung in Berlin, Hamburg, Magdeburg, München und Stuttgart. Eigene psychiatrisch-psychotherapeutische Sprechstunde in Magdeburg und München. aerztederwelt.org
  • Medibüros / Medinetze lokale Vereine in vielen deutschen Städten, anonyme und kostenfreie Vermittlung medizinischer Behandlung. Schwerpunkt somatisch, psychotherapeutische Vermittlung je nach Standort. medibuero.de
Wenn du studierst
  • Psychologische Beratung der Studierendenwerke kostenfreie, vertrauliche Einzelberatung an nahezu jedem Hochschulstandort. Auch für persönliche Themen jenseits des Studiums. studierendenwerke.de
Wenn du queer bist und queer-sensible Versorgung suchst
  • Queermed Deutschland bundesweites, von der Community kuratiertes Verzeichnis queerfreundlicher Ärzt:innen, Therapeut:innen und Praxen. Filterbar nach Identitätsgruppen, Sprache und Barrierefreiheit. Hinweis: das Verzeichnis ist nicht qualitätsgeprüft, sondern Community-basiert. queermed-deutschland.de
  • VLSP* Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie. Fachlich kuratiertes Verzeichnis von Therapeut:innen und Beratungsstellen. vlsp.de
  • LSVD+ Queer Refugees Deutschland Beratung für queere Geflüchtete. lsvd.de

Die vier Verfahren der gesetzlichen Krankenkasse

Die GKV übernimmt die Kosten für vier sogenannte Richtlinienverfahren:

Verhaltenstherapie (VT) fokussiert auf die Veränderung von belastenden Verhaltens- und Denkmustern. Du lernst durch Übungen und Techniken, Schritt für Schritt anders zu reagieren.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) basiert auf der Psychoanalyse, ist aber kürzer und stärker fokussiert. Ziel ist, unbewusste Konflikte und prägende Erfahrungen aus der Vergangenheit zu verstehen und zu bearbeiten.

Analytische Psychotherapie (AP) ist die tiefgehende Form der Psychoanalyse. Erforscht systematisch unbewusste Konflikte und deren Einfluss auf dein aktuelles Leben. Längere Dauer, höhere Frequenz.

Systemische Therapie betrachtet dich nicht isoliert, sondern in deinem sozialen Umfeld (Familie, Partnerschaft, Arbeit). Veränderungen entstehen oft über Beziehungs- und Kommunikationsmuster. Wird auch in der Arbeit mit Familien und Paaren angewendet.

Welches Verfahren zu dir passt, hängt von deinem Anliegen, deiner Situation und davon ab, was dir liegt. Im Erstgespräch (probatorische Sitzung) kannst du mit der:m Therapeut:in besprechen, ob ihr zueinander passt.

Wenn ambulant nicht reichtTagesklinik und stationäre BehandlungWenn ambulante Therapie nicht ausreicht, weil deine Belastung zu groß ist, du Stabilisierung brauchst oder eine längere Behandlungspause vom Alltag, gibt es teilstationäre und vollstationäre Angebote.

Für psychiatrische und psychosomatische Kliniken ist die Patientenperspektive in den bestehenden Verzeichnissen weniger systematisch erfasst als für somatische Krankenhäuser. Wenn du eine bestimmte Klinik vorhast, sprich auch mit deiner Hausärztin, deinem Therapeuten oder Betroffenen, die dort waren.

Was es gibt

  • Tagesklinik du gehst tagsüber (meist 5 Tage die Woche, 6–8 Stunden) zur Therapie und kommst abends nach Hause. Intensiver als ambulant, schonender als stationär.
  • Stationäre Behandlung du wirst rund um die Uhr in einer Klinik betreut. Behandlungsdauer variiert von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten.

Wo du suchen kannst

  • DATPPP Tagesklinikliste bundesweite Liste psychiatrisch-psychotherapeutisch-psychosomatischer Tageskliniken, gepflegt von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft DATPPP e.V. datppp.de/tagesklinik-liste
  • Bundes-Klinik-Atlas bundesweites Klinikverzeichnis des Bundesgesundheitsministeriums, filterbar nach Fachrichtung und Region. bundes-klinik-atlas.de
  • AOK-Gesundheitsnavigator bundesweites Klinikverzeichnis der AOK, filterbar nach Fachrichtung und Region. Enthält Patientenzufriedenheits-Daten aus AOK-Versichertenbefragung. aok.de/pk/gesundheitsnavigator

Bei Lebensgefahr ruf direkt 112. Wenn du in akuter Krise, aber nicht in unmittelbarer Lebensgefahr bist, geh zur Akut-Seite.

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Kontakte zuletzt geprüft: September 2026